Presse, FAQ & Sonstiges

Neue Augmented-Reality-Messe feiert im Oktober Premiere / Eintrittskarten zu gewinnen

(erschienen im Horizont / DFV) 


Marius Felzmann 

Marius Felzmann

Am 27. Oktober wird zum ersten Mal das interdisziplinäre  Augmented-Reality-Forum „AR Today" im Congress Center in Basel stattfinden. Die neue Messe wird von der AR-SpezialagenturEmpea in Zusammenarbeit mit Cebit und ISMAR(International Symposium on Mixed and Augmented Reality) veranstaltet und fokussiert sich als erste Großveranstaltung speziell auf die kommerzielle Verwertung der neuen digitalen Technologie.
 
„Wir registrieren seit längerem ein großes Interesse am Markt. Diese positive Resonanz in verwertbare Konzepte zu übersetzen, klare Rahmenbedingungen aufzuzeigen und dadurch solide Projekte zu erzeugen, ist Aufgabe der AR Today", sagt Marc Maurer, AR Projektleiter bei Empea. Unter Augmented Reality versteht man Programme, die virtuelle Bilder und Informationen mit realen Kameraaufnahmen integrieren können. Die neue Technologie verspricht insbesondere als Interface für das Mobile Web eine Vielzahl neuer Vermarktungsmöglichkeiten. In Basel werden mehrere hundert internationale AR Experten mit Unternehmensvertretern aus betroffenen Branchen wie Werbung, Medien, Verpackungsindustrie, Gaming, Tourismus aber auch Mobilfunkunternehmen und Chiphersteller diskutieren, wie Augmented Reality wirtschaftlich verwertbar und konzeptionell einsetzbar ist.

In mehr als 20 Fachvorträgen werden von der aktuellen Marktsituation über relevante Innovationen und Programme bis hin zu strategischen Einsatzmöglichkeiten Markenpflege und Kundenbindung eine breite Palette von Themen behandelt. „Was bislang nur isoliert in Kreisen von Enthusiasten, technischen Experten und einigen Agenturen zirkuliert, muss nun Öffentlichkeit gewinnen", so Maurer.
 
Auch Marius Felzmann, Vice President Cebit bei der Deutschen Messe AG, sieht Potenzial in dem Thema: „Wir sehen im Markt für mobile Internetlösungen in den nächsten ein bis zwei Jahren als große Treiber die Themen Local Based Services, Mobile Payment und eben Augmented Reality. Augmented Reality ist daher ein Schwerpunkt unseres Ausstellungsbereiches Webciety - Internet Solutions auf der Cebit." Das Thema werde damit auch auf der Cebit 2012 noch stärker in den Fokus rücken.
 
Eintrittskarten zu gewinnen:
 
Horizont verlost in Kooperation mit den Veranstaltern der AR Today 3 mal 2 Eintrittskarten für die Veranstaltung. Wer sich aus erster Hand über die digitale Trendtechnologie informieren möchte, muss nur auf den Link klicken, die hier präsentierten Best Cases anschauen und für seinen Favoriten stimmen. cam
http://www.artoday.org/home/gewinnspiel.html



Augmented Reality Check: Was Ihre AR-Agentur Ihnen nicht erzählen will

(erschienen im iBusiness Verlag) 

21.09.11 Augmented Reality ist seit drei Jahren Buzz-Thema auf jedem Onlinemarketing-Kongress, der etwas auf sich hält. Doch in der Praxis hält nicht jede Anwendung, was sie verspricht. Was Augmented Reality heute wirklich ausmacht, was Anwendungen tatsächlich kosten und wann die neuen Standards tatsächlich den Durchbruch bringen werden.

Wirklich aussagekräftige Zahlen zum Augmented-Reality-Markt sind bisher rar. Die Marktforscher von Juniper Research  gehen davon aus, dass im vergangenen Jahr elf Millionen AR-Apps heruntergeladen wurden.

Zudem sei das Interesse an Marken, die sich AR-Contents bedienten, in der zweiten Hälfte 2010 dramatisch angestiegen. Und dieser Trend dürfte noch einige Zeit anhalten, wenn es nach der Einschätzung der Marktforscher geht: Für 2015 prognostizieren sie, dass 1,4 Milliarden Augmented-Reality-Apps heruntergeladen werden; der Umsatz soll dann bei 1,5 Milliarden Dollar liegen.

 Trotz dieser hohen Zahlen warnt Marc Maurer  , AR-Projektleiter der Agentur Empea  davor, zu optimistisch zu sein. Das enorme Wachstum könne nur dann stattfinden, wenn in allen prognostizierten Segmenten der Knoten platze: "Diese Zahlen preisen auch Umschichtung in Rüstungsbudgets, die komplette Gaming-Branche und den erhofften Einstieg der Werbeindustrie inklusive des Markteintritts von Google  mit ein", warnt er.

 "Klar ist zwar, dass komplette Branchen noch brachliegen und hier ein immenses Geschäftsfeld durch AR erschlossen werden kann", differenziert Maurer. Dennoch muss insgesamt festgehalten werden, dass sich der Markt für Augmented Reality in einem Umbruch befindet. Maurer zufolge verändern sich derzeit sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite: "Dies hat damit zu tun, dass die zur Verfügung stehende Software leistungsstärker und die zu Grunde liegende Reichweite (im Besonderen der Bereich Mobile) sich drastisch erhöht hat. Gleichzeitig treten viele Interessenten auf, die immer komplexere Anforderungen an AR-Konzepte stellen. All diese Aspekte sorgen für ein hoch dynamisches Umfeld."

Es geht voran im Umfeld Augmented Reality: "Konnten wir vor zwei Jahen nur webbasierte AR Kampagnen beobachten, welche die schwarz-weißen Muster verwendet haben, sehen wir heute mobile Kampagnen, die praktisch jede Oberfläche, jedes Muster erkennen können", so die Erfahrungen von Maurer. Die zu Grunde liegende Technik sei mittlerweile in der Lage, komplexere Anforderungen zu erfüllen. Was auf den ersten Blick rein technisch erscheint habe immense Auswirkungen auf die nun möglichen Konzepte. "Grundsätzlich kann man sagen, dass wir dem Ziel "Doppelklick auf Alles" in großen Schritten näher kommen", hofft er.

Physische Gegenstände würden zunehmend mit qualitativ hochwertigen digitalen Informationen verbunden. Das löse eine positive Beschleunigung des entstehenden AR-Marktes aus. Ähnliche Fortschritte beschreibt Ernst Demmel von der österreichischen Agentur Netural    . So seien heutzutage mehr Software-Development-Kits für AR verfügbar, als noch vor Kurzem. Das mache die Entwicklungen einfacher und schneller. Auch bieten immer mehr relevante Datenquellen APIs, die genutzt werden können.

W3C  hat sich außerdem jetzt zum Ziel gesetzt, offene Standards zu etablieren. "Das würde vieles einfacher machen - und vermutlich auch Investoren überzeugen", so die Einschätzung Demmels. Denn noch sind die Investoren vorsichtig, auf AR zu setzen.

 

Wie sich der Markt für Augmented Reality in den vergangenen Jahren geändert hat

 Nicht nur W3C macht sich stark: Das Open Geospatial Consortium  (OGC), ein Zusammenschluss von mehr als 420 Unternehmen, Forschungsinstituten, Universitäten und öffentlichen Einrichtungen, arbeitet nun auch an einem Standard für Augmented Reality. Ab sofort entwickelt die Standards Working Group (SWG) ARML 2.0, einer in Version 1.0 vom österreichischen Unternehmen Wikitude   entwickelten 'Augmented Reality Markup Language'. ARML 2.0 soll zum Standard für Augmented-Reality-Anwendungen auf der ganzen Welt werden.

Ziel des OGC ist es, allgemeingültige Standards zur Entwicklung von raumbezogener Informationsverarbeitung, insbesondere unter der Verwendung von Geodaten, festzulegen. Die AR-Szene wächst stetig, der Bedarf an einer Standardisierung steigt. Schon mit dem von Wikitude entwickelten ARML 1.0 wurde AR-Developern ein geeignetes Tool zur Verfügung gestellt, um einfach und schnell Augmented-Reality-Content zu erstellen. Der von Wikitude 2008 entwickelte 'Wikitude World Browser' erlaubt Entwicklern, eigene AR-Inhalte zu schaffen.

Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der 'OGC ARML 2.0 Standards Working Group' arbeitet Wikitude nun an der Erweiterung des bestehenden ARML 1.0. Die nächste ARML-Version wird vor allem in den Bereichen der dynamischen Modifizierung von virtuellen Objekten, Event Handling, Verbesserung der 3D-Visualisierung und Audio- bzw. haptischen Repräsentation verbessert. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verbindung von ARML mit Bilderkennungskomponenten und anderen AR-Trackingmethoden.

Die Veränderung im AR-Markt liegt Maurer zufolge darin, dass nun erstmals in 2010/2011 die technische Plattform für reichweitenstarke AR-Kampagnen gelegt ist. Hinzu kommt, dass die Konzepte immer mehr überzeugen und nützlich sind. Print habe früh auf AR geschaut, wurde aber völlig von der iPad-Euphorie mitgerissen und hat AR entsprechend stiefmütterlich behandelt. Für Maurer teilweise unverständlich, denn gerade AR biete einmalige Werbeformate. "Das ist bei den großen Vermarktern aber noch nicht angekommen", bemängelt Maurer. Google  geht bereits diesen Weg und verknüpft Print-Anzeigen mit weiterführenden Werbebotschaften. "Die wohl wichtigste Veränderung ist jedoch, dass AR nun endlich mobil ist", bringt es Maurer auf den Punkt. Das war vor zwei Jahren noch nicht massentauglich möglich.

Entsprechend diesen Entwicklungen bewegen sich Augmented-Reality-Anwendungen, getrieben hauptsächlich durch mobile Anwendungen, allmählich von der Nische in den Mainstream. Fest macht dies Maurer am steigenden Auftragsvolumen. "Neben den technischen Hürden sind auch die linzenztechnischen Hindernisse nun deutlich leichter in den Griff zu bekommen." Maurer zufolge komme hinzu, dass die Entwicklungen zudem skalierbarer seien und somit den Kunden umfassend Web, Point of Sale und eben mobile AR-Kampagnen angeboten werden können. "Auch die Unsicherheit auf Seiten der Kunden lässt nach, da die Preise für AR vergleichbarer werden. Aber das ist nur die betriebswirtschaftliche Sichtweise", so seine Beobachtungen. Die Experimentierfreude nehme entsprechend zu.

"Von den 847 großen in Deutschland sitzenden Agenturen haben mehr als 60 Prozent schon von dem Thema AR gehört - und die tragen das Thema an ihre Kunden", argumentiert er. Aber auch kulturelle, lehrende und politische Institutionen nehmen das Thema wahr. Früher haben nur Automobilkonzerne AR-Werbung versendet. "Heute machen Die Grünen damit Wahlkampf und der Bürgermeister von Moskau informiert die Stadtbevölkerung über gefährliche Bereiche im Straßenverkehr. Immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens werden um AR erweitert." Demmels Einschätzung zufolge mache vor allem der Siegeszug von Ipad und anderen Tablet-PCs viele Anwendungen erst sinnvoll: "Vieles wird zukünftig durch die Entwicklung von neuen Interfaces wie beispielsweise Brillen getrieben werden."

Demmler sieht ebenfalls Bewegung im Markt. Auch wenn er der Ansicht ist, dass AR noch ein Nischenthema ist. " Aber wir
interpretieren die Nutzung von Location Based Services wie Facebook Places    und Foursquare  als Vorstufe - und
die wandern deutlich Richtung Mainstream", argumentiert er.

 

Was eine Augmented-Reality-Anwendung kostet

 

Die Einschätzung ist pauschal schwierig, da sie abhängig ist von den Komponenten, die integriert werden sollen und welche Dienste genutzt werden beziehungsweise was für Lizenzkosten anfallen. Maurer zufolge ist wichtig einzugrenzen:

Wo die Anwendung laufen soll ( im Web, auf einem Smartphone, am POS,...)
Was sie erkennen soll (Muster, Bilder, Gesichter, Orte)
Wie die Inhalte genutzt werden sollen (kann man sie klicken, kann man sie drehen und anziehen, kann man sie sammeln?)

Das Verbinden von einem digitalen Inhalt (2D, 3D, Audio, Video) mit einer bedruckten Oberfläche oder einem durch Koordinaten festgelegten Ort liegt im Einkauf bei ca 800,-- EUR. Voraussetzung ist aber, dass die digitalen Inhalte auch im benötigten Format vorliegen.

In der Praxis habe sich aber gezeigt, dass es sinnvoll ist, sich einen Partner für die Umsetzung eines AR-Projektes zu suchen. "Der Markt ist zu dynamisch und die Lizenzmodelle sind oft verwirrend", so Maurer. Typische AR-Lösungen haben einen preislichen Korridor von 3.500 bis 70.000 Euro. Demmel beziffert die Kosten sogar auf 30.000 bis 180.000 Euro. Die Fragen nach den Rechten am SourceCode und die Nutzungsdauer spielen in vielen Preismodellen immer noch eine gewichtige Rolle.

Andererseits: Wenn man schnell ist und in 30 Tagen fertig, dann kostet die Erstellung nur die eigene Zeit. Unity3D  und Qualcomm
AR SDK
  sind hier die Schlagworte. Beide Unternehmen bieten kostenlose AR-Anwendungen, geeignet für Privatanwendungen.

 Noch vor circa einem Jahr konnte man grob folgende Rechnung für die Erstellung einer integrierten AR-Kampagne aufstellen:

•         Basiskosten Lizenz für iOS: 10.000 EUR p.a.

•         Basiskosten Lizenz für Android: 10.000 EUR p.a.

•         Support- und Runtime-Kosten: 2.000 EUR p.a.

•         Entwicklung der Inhalte

•         Programmierung

Man war also für mobile Kampagnen mit circa 40.000 bis 50.000 Euro Fall dabei. Allerdings, so berichtet Maurer, seien eine Vielzahl der Lizenzkosten in den vergangenen Monaten auf Null gefallen. Man kann daher sicher sagen, dass die heute noch im Markt verfügbaren Lizenzmodelle den Jahreswechsel sicherlich nicht erleben werden", erläutert Maurer.


Wie man Augmented Reality kalkuliert

Sobald das Thema AR in einem Unternehmen angekommen ist, steigt die Anzahl der Ideen zu der AR-Kampagne oft ins Unendliche. Daher ist es wichtig, grundsätzliche Elemente in einer gegebenen Reihenfolge anzufragen und zu fixieren. Konzept bzw. technische Umsetzung passen sonst oft nicht zueinander. Um einen Kalkulationsrahmen zu erhalten, ist es ratsam, intern die Idee festzuhalten, per PowerPoint, ClickDummy oder auch auf Papier.

Dies verursacht in aller Regel nur kalkulatorische Kosten. Danach sollte das Konzept an professionelle AR-Agenturen weitergegeben werden. Zurück kommt dann ein kostenpflichtiges Pflichtenheft, in dem steht, was wie realisiert wird. Mit dieser Blaupause hat der Kunde dann die Möglichkeit, das Projekt mit der Agentur umzusetzen und es anrechnen zu lassen, oder es einfach neu auszuschreiben. Auf diese Weise werden nur geringe Mittel während der Erstellung des Prototypen gebunden. Findet dieser die Zustimmung, sind die Projektkosten zu berücksichtigen. Diese variieren natürlich je nach Vorgabe.

Im Normalfall dauert die Erstellung einer AR-App (für iOS und Android) inklusive der Einstellung in den Store/Market in etwa acht bis zehn Wochen, so Maurer. Demmel setzt eine Zeitmarke zwischen sechs Wochen und neun Monaten. Es gibt natürlich auch Projektrahmen die über mehrere Jahre laufen. Diese sind dann jedoch in der Großindustrie und nicht in der Kommunikation beziehungsweise dem B2C-Bereich angesiedelt.


Die Vorteile von AR-Anwendungen

AR-Anwendungen haben zwei immense Vorteile. Erstens ermöglichen sie, dass Nutzer weiterführende Informationen zu Personen, Orten und Gegenständen situativ, ortsbezogen und intuitiv erhalten. Das ist bisher nicht mögich gewesen, schlichtweg weil die Geräte (Smartphones, PCs mit Webcam) nicht sehen konnten, so wie sie es heute mittels AR können. Der zweite Vorteil ist, dass Nutzer durch AR eine neue Art der Eingabemöglichkeit bekommen.

Vor wenigen Jahren ließen sich an den PCs nur Konsolen anschließen und mittels Tastatur war eine Befehleingabe möglich. Das war zweckmäßig, aber nicht optimal. Dann kam das Konzept der Fenster auf und die Maus war geboren. PC-Nutzer hatten ein neues Interface, mit dem sich digitale Daten noch besser manipulieren und für entsprechende Zwecke nutzen ließen. Aber genau das reicht für unser künftiges Kommunikationsverhalten nicht mehr aus.

Laut laut der Interactiv-AgenturTWT Interactive    gibt es neun Gründe, die für den Einsatz von Augmented Reality sprechen:

1.       Augmented Reality erreicht hohe Aufmerksamkeit beim KonsumentenDer Nutzer kann mit Produkten interagieren und diese virtuell testen. Die Marke Adidas macht ihren Schuh zum digitalisierten Spielobjekt.

2.       Augmented Reality schafft emotionale ErlebnisweltenUnternehmen erweitern ihre Produkte dank AR zu einem Kauf-Erlebnis. Eine individuelle Schminkempfehlung für die Frau bietet Shiseido mit einem interaktiven Kosmetik-Spiegel.

3.       Augmented Reality entschärft Informations- und KaufhindernisseDank AR stehen Artikel und Ausstellungsstücke abseits von Öffnungszeiten zur Verfügung - sogar von zuhause. Neben Produktpräsentationen nehmen AR-Projekte aus dem Bereich Kunst und Ausstellungen zu. Auch das Getty Museums setzt auf die erweiterte Realität ihrer Exponate.

4.       Augmented Reality stärkt BrandingeffekteJe höher das Nutzer-Involvement, umso stärker ist die Markenwahrnehmung und Nachhaltigkeit von Werbebotschaften: In der erweiterten Realität wirken Produktpräsentationen und Fashion-Shows haptisch greifbar. Otto zeigt in seinen Online-Katalog, wie Mode dreidimensional erlebbar wird.

5.       Augmented Reality enthält hohes Potential für virale EffektePositive Erlebnisse werden häufig viral verbreitet. BMWs individuelle Erlebniswelt: Nutzer steuern dank Webcam eine virtuelle Mini-Version des Z4 über ihren Schreibtisch und können das Erlebnis als aufgezeichnetes Video mit den Freunden teilen.

6.       Augmented Reality erweitert ZielgruppenDurch multimediale Kampagnen steigern Unternehmen die Präsenz beim Kunden. Neue Zielgruppen können durch AR-Servicefunktionen erreicht werden: die Immobilien-App der Commonwealth Bank bringt jungen Leuten das Thema Kredite und Finanzen näher.

7.       Augmented Reality verlängert Offline-Kampagnen ins Digitale Über QR-Codes lassen sich AR-Installationen in Print-Materialien zwischen Anzeigen und Texten integrieren. Das Beispiel von Mini zeigt, Prospekte und flache Anzeigen sind überholt.

8.       Augmented Reality steigert die Conversion RateDas Kaufinteresse des Kunden wird durch eine individuelle Produktpräsentation stärker in eine Bestellung umgewandelt. Die Lösung des Online- Shop jcpteen: Eine virtuelle Anprobe per Webcam.

9.       Augmented Reality verknüpft Werbung unmittelbar am PoSDas visuelle Produktpräsentationen einen zusätzlichen Kaufanreiz geben zeigt Lego. Verpackungsinhalte können am Point of Sale dank eines Augmented-Reality-fähigen Bildschirms in 3D angeschaut werden.

Die Probleme von AR-Anwendungen

AR hat sich in den vergangenen Jahren zwar enorm weiterentwickelt, aber auch hier muss der Fairness halber erwähnt werden, dass die Anwendungen zum Teil noch sehr fragil sind. Es gibt nach wie vor Größen, die das Erlebnis stören können - Internetverbindung, Softwareversionen, fehlende Plug-ins, mangelnde Kameraqualität. Maurer sieht eine der Hürden für AR darin, dass es generell noch zu viel Unwissen im Markt gebe. Darüber hinaus spricht er auch die technischen Hürden an. So können ebene Flächen gut erkannt werden, stark gebogene (wie z.B. eine Litfasssäule) jedoch noch schlecht. Das Erkennen von Gesichtern (der Schlüssel zu Social Media AR-Apps) ist prinzipiell möglich, aber noch nicht so robust, dass es im Alltag eingesetzt werden kann - ganz abgesehen von den sich daraus ergebenden rechtlichen Implikationen, die noch völlig ungeklärt sind. "Aber das sind technische Fragestellungen, die, wenn sie einmal gelöst sind, durch neue ersetzt werden. Die konzeptionelle Kernfrage für AR heute lautet: Was kann die AR über die Visualisierung hinaus noch leisten? Was ist es, das AR als Medium von allen uns heute bekannten unterscheidet?"

Für wen sich AR-Anwendungen lohnen

"Prinzipiell interessiert sich jeder, der AR zum ersten Mal sieht sofort für AR", freut sich Maurer. Aber hierin liegt auch das Problem. Noch ist AR nicht für alle Branchen oder Konzepte wirtschaftlich realisierbar. Auf Grund der Tatsache, dass AR am Besten auf ebenen Oberflächen realisiert werden kann, sind Branchen wie die Verpackungsindustrie, große Markenartikler, Außenwerbung und Print hier primär zu nennen. Das sieht Demmel ähnlich: Er sieht zudem vor allem Vorteile bei Anbietern, die Produkdemonstration und -erklärung vornehmen müssen. Hier lassen sich auch Geschäftsmodelle verwirklichen und messen. "Den wohl größten Schub in die Öffentlichkeit wird AR wohl jedoch durch AR-Spiele erfahren", ist sich Maurer sicher. In den USA sei es beispielsweise normal, dass man auf Eintrittskarten von Basketball-Teams ein AR-Spiel spielen kann. Klar ist aber auch, dass das gesamte Gaming-Umfeld per se technikaffin, spendierfreudig und immer auf der Suche nach Neuem ist. Das ist ein perfekter Nährboden, denn mittels AR können Spiele in die echte Welt getragen werden und dort auch gespielt werden. Abseits davon ist eine oft diskutierte These, dass AR in der Navigation (und hier direkt durch Einbindung der Automobilhersteller in die Navigations- oder Fahrsicherheitssysteme) erheblich profitieren wird. (SUR)

21.09.11 Wer Fußball im Fernsehen schaut, kennt das: Bei strittigen Abseitsentscheidungen wird eine virtuelle Linie auf den Bildschirm gelegt, anhand derer die Korrektheit der Schiedsrichterentscheidung überprüft werden kann. Mit Augmented Reality ist jedoch viel mehr machbar. Erste alltagstaugliche Entwicklungen zeigen nun, welches Potenzial tatsächlich in Augmented Reality steckt und wohin die Reise geht.

Virtuelle Inhalte mit realen Inhalten zu kombinieren ist vor allem für das mobile Internet ein neues vielversprechendes Geschäftsmodell. Vor allem in der Informationsbeschaffung: Stellen Sie sich vor, Sie sind im Urlaub in Rom und flanieren am Trevi-Brunnen vorbei. Kurz ein Foto mit der Kamera ihres iPhones gemacht und schon erscheinen Informationen über das Kunstwerk, Cafe- und Ristorante-Tipps zu dem gemachten Bild.

Das ist ein denkbares Einsatzgebiet für Augmented Reality. Auch im E-Commerce lassen sich Geschäftsmodelle denken. Produktinfos, Preisvergleiche oder Produktbewertungen werden in ein fotografiertes Produktbild eingeblendet. Die Liste lässt sich mit wenig Fantasie noch weiter führen.

Funktionieren tut Augmented Reality bereits. Aber es fehlt an Geschäftsmodellen. Sind die Nutzer bereit, für solche Live-Informationen zu zahlen, akzeptieren sie Werbung in Freemium-Modellen und wie schaffen es die Mobilfunk-Anbieter, gute Services auf ihre Plattformen zu bekommen? Aber nicht nur die Monetarisierung ist ein Knackpunkt, denn hier ist mittlerweile ein wachsendes Interesse auf Kunden- und Endverbraucherseite zu verzeichnen.

Technische Hürden gilt es zu lösen. Und das fängt bei ganz banalen Dingen, wie einer ordentlichen Internetverbindung an. (SUR)

Susan Rönsich

(Bild: Hightext)



FAQ's

Frage (1) Was ist eigentlich AR?

A: AR ist die Abkürzung für den Begriff Augmented Reality, was wörtlich erweiterte Realität bedeutet. Das beschreibt auch schon recht gut, was AR macht. Es erweitert unsere physische Umgebung um digitale Daten. Alles was man dafür braucht ist eine Webcam oder ein Telefon mit Kamera. Es gibt einfache Programme oder Apps, die man lädt und schon kann man dauerhaft in diese neue Welt schauen. Einfach gesagt ist AR nichts anderes als ein Begriff der beschreibt, dass technische Geräte nun sehen können. Sie können das, was sie über das Kamerabild aufnehmen jetzt auch zuordnen und das ist natürlich ein im wahrsten Sinne des Wortes evolutionärer Sprung. Wie in der Tierwelt sind die Organismen die sehen können klar im Vorteil und können komplexere Aufgaben lösen. Nicht anders ist dies bei technischen Geräten.

F: Das hört sich immer noch sehr abstrakt an. Können Sie vielleicht ein Beispiel geben?
A: Gerne. Stellen Sie sich einmal vor, Sie befinden sich in einer Buchhandlung. Sie betrachten ein Buch das sie interessiert, vielleicht nehmen Sie es in die Hand, weil Sie den Klappentext gerne lesen möchten. Soweit waren wir alle schon mal in der Situation. Wenn Sie nun zusätzlichlich Ihr Kameratelefon aus der Tasche ziehen und die Kamera einschalten ist es so, als ob Ihr Telefon die Augen aufmachen würde. Das Telefon sieht das Buch, erkennt es - anhand des Einbandes - und stellt augenblicklich weiterführende Informationen zu dem Buch bereit. Das können Rezensionen, Videos, Hörproben oder Wirtze vom Autor oder ähnliches sein. Was dieses Beispiel zeigt: Durch die Technologie AR ist es heutzutage möglich an jeden Gegenstand Zusatzinformationen zu binden. Lassen Sie uns uns in unserem Beispiel aus der Buchhandlung raus gehen. Gehen wir nun aus der Buchhandlung und die Strasse entlang. Vielleicht sehen wir ein Plakat eines Museums auf einer Werbetafel. Auch das kann unser Telefon sozusagen sehen und uns relevante Infomationen geben. In diesem Fall wäre das wohl, wie ich am schnellsten zu diesem Museum kommen könnte. Um das Beispiel abzurunden stellen wir uns nun vor, dass wir in dem Museeum angekommen sind und uns die Exponate und Bilder in der Ausstellung betrachten. Auch hier kann das Telefon das Bild erkennen und uns Informationen zu dem Künstler, der Epoche und weiteren Details geben. AR macht also für uns unsichtbare Informationen direkt an dem Gegenstand an dem sie uns weiterhelfen würden sichtbar. Und das ist eine phänomenale Hilfe.


Frage (2) Wie funktioniert AR?

A: Im Grunde genommen sehr einfach. Man schaltet die Kamera an einem Gerät ein (z.B. eine Webcam oder wie gesagt die Kamera am Telefon), hat ein entsprechendes Programm oder eine App runtergeladen und dann kann man AR sofort verwenden. Sieht die Kamera nun eine Oberfläche oder einen Ort, der eine hinterlegte Botschaft hat, wird diese direkt angezeigt. Von der Anwendung her gesehen ist AR also eine extrem intuitive Form mit digitalen Inhalten umzugehen, mehr als zwei Klicks braucht man nicht.

F: Müssen denn in das Buch oder das Plakat - um das eingangs genannte Beispiel aufzugreifen - aus besonderem Material gedruckt sein?
A: Nein, das ist ja das Schöne. Jede Oberfläche hat ja eine gewisses Muster oder Bild, das ihr eigenen ist. Und mehr braucht es nicht. Dieses eindeutige Muster wird von der AR verwendet, um den Gegenstand letztlich zu identifizieren. Zusätzliche technische Geräte und besondere Druckverfahren sind gar nicht nötig. Der Stern und der Spiegel haben jeweils in ihren letzten Ausgaben auch viel AR in der Zeitung gehabt. Die Zeitschrift selbst haben sie dafür aber nicht verändern müssen. Es wurde einfach nur an bestimmten Stellen im Heft AR an die sowieso im Artikel verwendeten Bilder drangehängt.


Frage (3) Woher kommt AR?

A: AR an sich ist schon ziemlich alt. Ursprünglich kommt es aus der Robotik. Forscher haben ja auch schon früher versucht ihre Roboter immer intelligernter zu machen und mit immer mehr Sensoren auszustatten, damit sie auch schwierige Aufgaben lösen konnen. Sehen ist wie wir eingangs festgestellt haben natürlich ein zentraler Sinneseindruck. Vor diesem Hintergrund ist eine Entwicklung in Gang gesetzt worden, von deren Ergebnissen wir heute auf unterschiedlicheste Weise profitieren. Den Beginn kann man grob auf das Jahr 1966 datieren. Damals stellte der US Forscher Ivan Sutherland das erste AR System der Öffentlichkeit vor. Heute würde man es wohl am ehesten als einen sperrigen Helm mit Kamera und vielen Kabeln beschreiben, den man sich umständlich auf den Kopf schnallen musste. Aber immerhin, die Welt hatte fortan das erste Fenster in die Welt der AR. Er selbst beschrieb es damals als „Fernglas in eine mathematische Welt“. Es brauchte aber noch weitere 25 Jahre bis ein Ingeneur bei Boeing das Konzept aufgriff und 1990 ein viel leichteres und nützlicheres Modell entwickelte. Tom Caudell stand damals vor der Frage, wie er es seinen Kollegen einfacher machen konnte, diekomplizierten Turbinen und Kabelstränge die in einem Passagierflugzeug verbaut sind, instand zu halten. Zum Einen verfeinerte er den Helm, machte ihn leichter und mobiler. Zum Anderen nutze er nun die AR Technologie und blendete die Kabel und Baugruppen die für die Instandhaltung notwendig warendirekt in das Blickfeld seiner Ingenieurskollegen ein. Das war natürlich ein riesiger Produktivitätszuwachs, weil die Ingenieure direkt sahen, wo sie was machen mussen. In den gedruckten Bauplänen nachsehen zu müssen entfiel dementsprechend. Seit 1990 werden die Abstände zwischen den Entwicklungsschritten immer geringer. Heute nun sind unsere Mobiltelefone extrem leistungsfähige Minicomputer. Damit ist erst seit 2007 die Voraussetzung geschaffen, dass AR von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. In der Produktion von Maschinenparks etwa und insbesondere beimMilitär ist AR schon sein Jahrzehnten fester Bestandteil. Der Pilot eines Kampfjets sieht permanent direkt in seinem Sichtfeld aktuelle Informationen eingeblendet, damit seinen Auftrag überhaupt ausführen kann. Das ist auch AR, nur eben in einem anderen Kontext.


Frage (4) Welches Potenzial birgt AR?

A: Das Potenzial von AR ist gewaltig. Zugegeben, ich als AR Entusiast kann nicht anders, als es so zu beschreiben. Aber auch wenn man strikt rational an das Thema heran geht muss man eingestehen, dass wir es mit einem neuen Medium zu tun haben. Es ist derzeit jedoch noch in den Kinderschuhen. Wennman AR analog mit der Entwicklung des Internets vergleicht würde ich sagen, dass wir jetzt im Jahr 1989 sind. Und trotz dieser frühen Phase zeichnet sich bereits ab, dass AR mehr ist, als nur ein Trend. Wenn man gedanklich mal weggeht von den derzeit noch selten überzeugenden AR Werbeprojekten, die wir seit 2008 verstärkt in der Öffentlichkeit sehen, stößt man auf ungeahnte Ideen, die das Leben der Menschen drastisch verbessern können. Auch hier vielleicht ein Beispiel: einer Person, die eine starke Sehbehinderung hat oder wohlmöglich blind ist kann mittels AR ein großes Stück Lebensqualität wieder gegeben werden. Nun fragt man sich, wie? Der Ansatz ist simpel. Eine Kamera die man bei sich trägt erkennt den Raum und die darin befindlichen Hindernisse. Dadurch, dass diese mittels AR erkannt werden können ist es möglich, einen entsprechenden Hinweis zu senden, bevor man damit zusammenstößt. Entweder akustisch oder über eine Vibration wie wir es vom Telefon her kennen. Vibriert es rechts, drehe ich mich nach rechts um an dem Hindernis vorbei zu kommen,vibriert es links, dann entsprechend links vorbei. Ein zweites Beispiel ist der Bereich Fremdsprachen. Auch hier kann AR exzellente Hilfestellung geben. Nehmen wir an, wir sitzen in einem Restaurant im Reiseziel unserer Wahl. Leider können wir aber den Inhalt der Speisekarte nicht lesen, da wir die Sprache nicht sprechen. Durch AR kann ich einfach die Karte über das Kamerabild meines Telefons betrachten und wie von Zauberhand erscheint direkt die Übersetzung. Genau an der Stelle, an der vorher das Fremdwort stand, steht nun das übersetzte Wort. Das Potenzial von AR bestehlt letztlich darin, dass wir durch AR in der Lage sind auf Informationen zu Orten Personen und Gegenständen in einer intuitiven und kontextsensitiven Form zugreifen können. Das ist der Paradigmenwechsel, der von AR ausgeht.


Frage (5) Für wen ist AR primär gedacht?

A: Wie die eben erwähnten Beispiele zeigen, kann AR für praktisch jeden Menschen nützlich eingesetzt werden. Ich denke nicht, dass es eine spezielle Gruppe gibt, für die AR ist. Ich denke vielmehr, dass AR ein kommendes Massenmedium werden wird, das wir ganz natürlich zu Radio, Fernsehn und Internet hinzuzählen werden. Momentan sind wir es ja noch gewohnt, unsere Informatonen an einem speziellen Platz abzuholen. Wenn wir beispielsweise Informationen zu etwas suchen, gehen wir an unseren Rechner, öffnen eine Suchmaschine und erhalten die weiterführenden Details. Das funktioniert auch sehr gut und schnell, verglichen mit alten Nachschlagewerken. Jedoch ist das auf Dauer nicht mehr aufausreichend. Oder anders gesagt: die traditionelle Suche, so wie wir sie mit google kennen wird sich ändern. Wenn ich in einem Geschäft eine Flasche Wein sehe und ich mehr über das Anbaugebiet wissen möchte, kann ich ja nicht erst nach Hause gehen. Alterntiv würde ich also über mein Handy mittels einer unhandlichen Tastatur den kompletten Namen in google eingeben. Mit AR brauche ich das nicht. Ich kann das Etikett einfach betrachten und schon erhalte ich alle Daten, die mich interessieren. Das ist weit unkomplizierter. Genauso ist es im Tourismus. Viele Orte auf der Welt sind bereits heute schon mit entsprechenden Zusatzinformationen versehen, die nützliche Hinweise enthalten. Ob beim Einkauf, bei der Reise oder im Wahlkampf wie kürzlich bei den Grünen in Berlin wird AR mehr und mehr eingesetzt. Das Schöne daran ist, dass jeder, der es einmal gesehen hat mindestens eine eigene Idee hat, was mit AR gemacht werden sollte. Über die Zeit wird AR sich flächendeckend als hilfreiches Medium etablieren und den Menschen in der Breite helfen. F: Gibt es also keine Gruppe von Personen, die AR heute schwerpunktmäßig verwenden? A: Doch, die gibt es. Das sind allen voran die Werbetreibenden und die Branchen Print, Aussenwerbung und Verpackungen. Ausserdem entstehen gerade sehr viele AR Spiele. Spiele - auch Lernspiele - betrachten wir übrigens als eine der Triebfedern für AR schlechthin. Man stelle sich nur mal vor, dass all die Spielfiguren aus den Zimmern der Kinder und Jugendlichen auf einmal mitten unter uns auf der Strasse oder im Theater stehen und man dort mit ihnen weiter spielen kann. Was für manche Ohren absurd klingen mag, sorgt gerade in der Wirtschaft für Mililonen Umsätze. Abgesehen von diesem Bereich nutzen aber auch internationale Schwergewichte wie z.B. Carl Zeiss in ihren Produkten. Die Nutzer kommen also auch heute schon aus verschiedenen Richtungen.


Frage (6) Warum hat es noch nicht jeder, wenn es so toll ist?

A: Aus unserer Beobachtung gibt es hierfür zwei Gründe. Zum Einen ist das Thema noch zu neu, die Öffentlichkeit kommt erst nach und nach mit AR in Berührung. Und der Zweite Grund ist, dass diejenigen, die AR bereitstellen oder AR programmieren oft viel zu technisch denken. Statt auf den Nutzenabzuzielen und eine AR Anwendung zu erstellen, die wirklich hilft, entstehen viele Eintagsfliegen, die AR eher langweilig erscheinen lassen. Das hemmt die Verbreitung von AR und da stellt sich diese junge Branche teilweise selbst ein Bein. Grundsätzlich ist es aber so, dass die Zahl der AR Nutzer stetig steigt. Die Umsätze nehmen zu, das Thema kommt von der Fachpresse weg und reicht bis ins Fernsehen in Form von AR Gewinnspielen. Ein weiteres Hemmniss war noch bis vor Kurzem, dass die Lizenzen zur Erstellung von AR von eingen wenigen Unternehmen fest gesteuert wurden. Es war also nicht möglich, ohne erhebliche Investitionen in diesem Bereich überhaupt zu arbeiten. Aber das ist jüngst weggefallen. Konkret branden natürlich nun mehr Hersteller an dem Thema an, was die Dynamik insgesamt erhöht. Die gesamte Situation ist jedenfalls mehr als positiv und unser Gespräch heute ist ja ein weitere Beweis dafür, dass sich mehr und mehr Menschen mit AR auseinander setzten und verstehen wollen, was an AR eigentlich dran ist.


Frage (7) Wo hilft AR heute am Meisten?

A: Den deutlichesten Vorteil bringt AR in der Industrie. Wenn man zum Beispiel an die Logistik, Prüfverfahren oder die Planung von Produktionsstrassen denkt. Der deutliche Vorteil ist hier deshalb so klar ersichtlich, weil er in Einsparungen gemessen werden kann. Nehmen wir einen Automobilhersteller. Selbstverständlich werden Fertigungshallen und die darin arbeitenden Maschinen von den Architekturbüros des Unternehmens genau geplant. Was jedoch im Computermodell abbildbar ist, muss nicht auch zwangsläufig das gesuchte Ideal sein. Koreanische Unternehmen haben z.B. ihre Mitarbeiter im Zuge der Qualitätsverbesserung in eine leere Halle gebracht, in der Nichts war, ausser unterschiedlicher 1 mal 1 Meter großer Bögen Pappe. Diese hatten ein bestimmtes Muster aufgedruckt, das wiederum für einen Roboter im Produktionsprozess stand. In diesem Szenario waren die Mitarbeiter in der Lage, spielerisch eine komplette Produktionshalle aufzubauen und sich in Echtzeit das Resultat, die Laufwege und das Verbesserungspotenzial anzusehen. Sie haben natürlich nicht die Maschinen selbst bewegt, sondern die Bögen Pappe, auf denen dann die Maschinen eingeblendet wurden. Derartige Modelle der Zusammenarbeit bringen erhebliche Vorteile durch AR. Solche Ansätze bringen einem Endkonsumenten nicht viel. Der Ansatz jedoch, also das Visualisieren von sperrigen oder nicht zur Verfügung stehenden Gegenständen in einem Raum ist übertragbar. Wenn ich ein Sofa in dem Katalog eines Möbelhauses sehe kann ich mir zwar vorstellen wie es in meiner Wohnung wirken würden, sehen kann ich es aber nicht. Mit AR wiederum kann ich einfach die Seite aus dem Katalg entnehmen, sie an die Stelle im Raum legen, wo das Sofa stehen soll und es dann ordentlich betrachten. Ich kann sogar drum herum gehen. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass die Visualisierung wohl derzeit noch die größte Hilfe ist, die AR anbieten kann.


Frage (8) Welche strukturellen Hindernisse gibt es bei der Verbreitung von AR?

A: Glücklicher Weise nur noch sehr wenige. Die Erstellung und Verbreitung von AR ist heutzutage so einfach wie nie. Ein Hindernis werden wir jedoch noch auf absehbare Zeit mit uns herum tragen und das ist die Interaktion. Dahinter steckt die Frage: wie trete ich eigentlich mit der AR in Kontakt, wenn sie schon mal in der Welt ist. Gehen wir zurück zu dem Beispiel mit dem AR-Sofa im Wohnzimmer. Nun steht es da und sieht auch recht hübsch aus, aber wie verändere ich seine Farbe? Wie lege ich ein AR Kissen auf das Sofa? Kurz, wie verändere ich es? Natürlich ist es möglich, irgendwelche Knöpfe zu drücken, aber es ist umständlich, man möchte das AR Sofa doch lieber mit den Händen direkt verändern können. Und hier kommt ein Hindernis auf, denn leider hat man in der einen Hand immer noch das Mobiltelefon, so dass man das Sofa überhauft sehen kann. Viele denken daher schon über AR-Brillen, die man wie normale Sonnenbrillen aufziehen kann, nach. Denn wenn die Hände frei sind, ist der Zugang zur AR Welt noch echter.