Geo Ar
LAYAR II WIKITUDE II ARGON II OPEN SOURCE
| Geobasierte Augmented Reality (AR) nutzt die Längen- und Breitengerade, um digitale Inhalte zu verorten und anzuzeigen. Dabei handelt es sich also nicht um AR im originären Sinne, unter der man optische, oberflächengebundene Szenarien verstehen würde. Der feine technische Unterschied zwischen beiden Formaten ist für Laien nicht unbedingt sichtbar und gerade in statischen Präsentationen kommt es schnell zu Verwechselungen. Um Probleme bei der Konzeption zu vermeiden, sollten Entwickler jedoch die grundlegenden Unterschiede zwischen Vision und Geo Based Augmented Reality kennen. Diese Übersicht stellt die etablierten Anbieter (Layar, Wikitude, Argon, Open Source) und Modelle für geobasierte AR vor. Diese Ansätze sind beliebt, weil sie sich einfach umsetzen lassen und auf die Standardsensorik von Smartphones zugreifen können. Einige Minuspunkte bringt allerdings die praktische Umsetzung mit sich: Da die Sensorik an ein GPS-Signal gekoppelt ist, ist mit einer gewissen Ungenauigkeit zu rechnen. Lösungen für geschlossene Räume, wie beispielsweise Einkaufszentren oder Flughäfen, sind außerdem nicht ohne erheblichen Mehraufwand und zusätzliche Infrastruktur machbar. Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass ortsbezogene Dienste derzeit im Trend liegen und oftmals der erste Zugang zum Thema AR sind. Bei vielen Menschen löst geobasierte AR einen Wow-Effekt aus und so macht sich akribische Arbeit mit hoher Aufmerksamkeit bezahlt. layar Etliche Showcases, Projekte und eine beachtliche Anzahl an Entwicklern sprechen für sich: Die niederländische Agentur Layar ist einer der großen Trendsetter. Seit 2008 hat Layar kontinuierlich am Ausbau der eigenen Lösung gearbeitet und bietet auf www.layar.com eine vielfältige Produktpalette an. Die umfangreiche Dokumentation von Tutorials und Beispielprojekten ermöglicht auch Einsteigern einen schnellen Zugang. Wie schon bei Vision Based AR wird auch bei der Erstellung von Geo Based AR via Layar zunächst ein vorgefertigtes Verzeichnis bzw. eine Datenbank auf dem eigenen Server abgelegt. In einem zweiten Schritt werden die Inhalte (Bilder, Videos, einfache 3D Modelle) definiert und mit Geokoordinaten versehen – und können danach an dem entsprechenden Ort abgerufen werden. Sinnvoll ist der Ansatz von Layar bei allen ortsbezogenen Verzeichnissen (beispielsweise, wenn die nächste Apotheke oder die nächste Werkstatt gesucht wird) oder individuellen Promotion Aktionen. Auch im Tourismusbereich sind nützliche Szenarien denkbar, dort rentiert sich ortsbasierte AR bislang jedoch nur im Inland. |
Denn die Gebühren für Datenroaming der marktüblichen Telefontarife sind teilweise noch zu hoch, um dem Nutzer auch im Ausland einen deutlichen Mehrwert zu bieten. wikitude Der Name Wikitude ist eine Kombination der Begriffe „Wikipedia“ und „Langitude / Latitude“ und verkörpert die initiale Idee der Gründer, Einträge von Wikipedia zu verwenden, die bereits Ortsinformationen enthalten. Heute ist das Unternehmen auch unter dem Namen Mobilizy bekannt und ähnelt in seiner Struktur dem bereits vorgestellten Ansatz von Layar. Wikitude ist auf verschiedenen Smartphones bereits vorinstalliert und bietet Entwicklern auf www.wikitude.org ideale Bedingungen, um sich die Bedienung der Produkte eigenständig anzueignen. Auf die kontinuierliche technische Entwicklung reagiert die Webseite beständig mit neuen Features und Erweiterungen der bestehenden Angebote. Argon Der mobile AR Webbrowser Argon wurde vom Augmented Environment Lab der Georgia Tech University, Atlanta, entwickelt und kann mit einer extrem zukunftsträchtigen Browserstruktur (komplett in HTML5) aufwarten. Zwar sind alle relevanten Informationen abrufbar, allerdings wird das Projekt derzeit nicht permanent aktualisiert und dokumentiert. Eine entsprechende Einarbeitungszeit sollte also in die Entwicklungsphase einkalkuliert werden. Unter Verwendung von kmz Daten kann schnell dreidimensionales Datenmaterial aus Google in das eigene Projekt eingebunden werden, wie sie das Unternehmen beispielsweise auch bei Google Earth verwendet. Diese elegante Zusatzoption stellt einen erheblichen Vorteil bei der Erstellung von geobasierten Konzepten (v.a. im Bereich Out of Home) dar, die so besser skalierbar sind. Argon kann kostenlos für kommerzielle Projekte verwendet werden, Donations an die Forschungsarbeit der Georgia Tech University sind jedoch sehr willkommen. open source Last but not least können auch allgemein zugängliche Quellen wie Google Code ein guter Ausgangspunkt für geobasierte AR sein. Unter http://code.google.com finden sich viele Projektmuster, die gemäß der jeweiligen Lizentbedingungen frei verwendet werden können. |